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Die
Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt (von den Privatkassen als gemischte Krankenanstalt) und auch beihilfefähig.

Unterleibschmerz
Chronischer Unterleibschmerz

Im Gegensatz zu den sog. parietalen oder somatischen Schmerz en, die im Bereich des Unterleibes von der Bauchwand ausgehen, gehört der Unterleibschmerz zur Gruppe der sog. viszeralen Schmerz en. Darunter versteht man einen Schmerz, der von den Eingew eiden (Magen, Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Gebärmutter, Nieren usw.) ausgeht.

Ein akuter (= plötzlich einsetzende) Unterleibschmerz bedarf der sofortigen fachärztlichen Abklärung und Behandlung (Chirurgie, Urologie, bei Frauen auch Gynäkologie).

Mögliche Ursachen für einen einseitig auftretenden Unterleibschmerz sind:

Mögliche Ursachen für einen beidseitig auftretenden Unterleibschmerz sind:

In diesem Zusammenhang ist auch die sog. Pelvipat hie aufzuführen. Dieser Begriff steht für einen chronischen (= länger als sechs Monate anhaltende) Unterleibschmerz bei Frauen. Weitere gebräuchlichen Bezeichnungen sind Pelvipat hia, chron ic pel vic pain (CPP) und Hysteralg ie.
Die häufigsten Ursachen für einen chronischen Unterleibschmerz im Rahmen einer Pelvipat hie sind:

  1. Adhäsionen (= entzündlich bedingte, flächenhafte oder strangförmige, bindegewebige Verwachsung aneinanderliegender Organabschnitte),

  2. Myome (= gutartiges Muskelzellengeschwulst) und

  3. Endometriose (= gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut).

Auch ein Tumor kann zu einem ein- oder beidseitigen Unterleibschmerz führen.

Schließlich können sich hinter einem chronischen Unterleibschmerz auch Veränderungen an der Wirbelsäule, wie zum Beispiel Abnutzungserscheinungen verbergen. Bei diesem Unterleibschmerz handelt es sich aber um einen parietalen bzw. somatischen Schmerz.

Insgesamt dürften für einen Unterleibschmerz (chronischer) hauptsächlich Verwachsungen bzw. Adhäsionen verantwortlich sein. Vorangegangen ist eine Ba uchoperation, meist aber mehrere. Es liegen entzündlich bedingte, flächenhafte oder strangförmige, nach Verklebung durch Fibrin entstandene, bindegewebige Verwachsung aneinanderliegender, Serosa- (= Hüllschicht) überzogener Organabschnitte vor.
Beim Unterleibschmerz aufgrund von Verwachsungen (Adhäsionen) besteht die große Gefahr, daß mit jedem weiteren operativen Eingriff die Verwachsungen weiter zunehmen und so das Krankheitsbild verstärken und einer fortschreitenden Chronifizierung Vorschub leisten.

Schmerztherapie beim Unterleibschmerz (chronischer (= länger als drei Monate anhaltend))

Nicht selten verbleibt trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin ein Unterleibschmerz, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach dem Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten. Ein chronischer Unterleibschmerz erfordert praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Beim Unterleibschmerz (chronischer) sind dies:

  1. Information über die Erkrankung
  2. Medikamentöse Behandlung (u.a. Schmerzmittel, auch Spasmolytika (= krampflösende Mittel), schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
  3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
  4. Akupunktur
  5. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
  6. Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
  7. Bei Beteiligung der Wirbelsäule auch Chirotherapie

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) beim Unterleibschmerz (chronischer)

Die einfachste diesbezügliche Methode ist eine wiederholte Triggerpunktbehandlung mit einem öertlichen Betäubungsmittel. Dabei werden schmerzhafte Reizpunkte am Unte rbauch infiltriert.

Eine sehr hilfreiche und effektive Therapiemethode ist bei Unterleibschmerz (chronischer) die kontinuierliche epidurale (= rückenmarknahe) Blockade mit Katheter.
Neben der erwünschten Unterbrechung der Schmerzreizleitung ist ein weiterer nicht zu unterschät
zender Vorteil, daß bei dieser Therapie, sozusagen als Nebeneffekt, auch der Grenzstrang (= paarige Nervenstränge des unwillkürlichen Nervensystems neben der Wir belsäule) mit einbezogen wird, so daß es gleichzeitig zu einer erheblichen Durchblutungssteigerung kommt, die jeder entzündlichen Schmerzursache (z.B. Adhäsionen) fast schon kausal (= auf die Ursache gerichtet) entgegenwirkt.
Auch bei Verwachsungen ist die sympathikolytische
(= gefässerweiternde und damit durchblutungssteigernde) Nebenwirkung hilfreich, indem die entstandenen, bradytrophen (= mit vermindertem Stoffwechsel einhergehenden) Gewebsbereiche besser durchblutet werden und es dadurch zu einer Optimierung der gestörten Mikrozirkulation kommt.

Wirkung und Ausmaß einer lumbalen (= den Len denbereich betreffenden) epiduralen Blockade kann individuell mittels Lokalanästhetikamenge (= Betäubungsmittelmenge) und -konzentration so gesteuert werden, daß die Schmerzreize aus dem gesamten Ba uchrau m bei weitgehend erhaltener Motorik (= Muskelkraft) blockiert werden. Der Erhalt der Motorik hat den Vorteil, daß die Patienten sich unter dieser Therapie weiter frei bewegen können.
Bei der sog. kontinuierlichen epiduralen Blockade
(= Betäubung) mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch vom Rüc ken her dicht an das Rückenmark eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine spezielle Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Bei technischer Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das Behandlungsrisiko auch beim Unterleibschmerz (chronischer) als vertretbar eingestuft werden.

Bei einem krebsbedingten Unterleibschmerz kann diese Blockademethode auch angewendet werden, allerdings wird man auf das örtliche Betäubungsmittel verzichten, da in diesem Falle eine gefässerweiternde Wirkung unerwünscht ist, weil diese eine weitere Streuung der Krebszellen begünstigt. Mit einer Morphin-Lösung läßt sich ebenfalls eine gute, schmerzstillende Wirkung erzielen.

Wenn ein chronischer Unterleibschmerz längerfristig besteht, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.

Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Zu diesem Wahlrecht gibt es mittlerweile auch ein Urteil des hessischen Landessozialgerichts (Az.: L 1 KR 2/05): Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen.  (Der Kläger hatte die Kur noch während des laufenden Prozesses in der von ihm bevorzugten Einrichtung auf eigene Kosten angetreten. Seine Krankenkasse wurde dazu verurteilt, ihm die Kosten für die Kur zu erstatten. Eine Revision gegen die Entscheidung ließ das Gericht erst gar nicht zu).

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